Montag, 16. Januar 2017

Buchrezension: Christopher Lück - Emma, der Kaktus und ich

Christopher Lück

Emma, der Kaktus und ich 


Inhalt:

Gerd Gerthner, Langzeitstudent und liebenswürdiger Traumtänzer mit Schriftsteller-Ambitionen, hatte noch nie Glück bei Frauen. Bis der Zufall ihm zu Hilfe kommt: Als Gerd im Botanischen Garten therapeutische Unterstützung für seinen vertrockneten Kaktus „Nopsi“ sucht, trifft er auf die eigenwillige Gärtnerin Emma. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Bis Emma schwanger wird – und kompliziert. Nach einem blöden Missverständnis schmeißt sie Gerd samt Kaktus aus der gemeinsamen Wohnung. Er sieht nur einen Ausweg: sich an einer Palme im Botanischen Garten, dem Ort ihres Kennenlernens, erhängen – und in letzter Sekunde von Emma gerettet werden. Nur dumm, dass der Plan nicht aufgeht. 

Rezension:

"Emma der Kaktus und ich" ist ein Roman, von dem ich mir aufgrund des Klappentextes eine romantische Liebesgeschichte um einen sympathischen Tollpatsch vorgestellt habe. 
Tatsächlich handelt der Roman von dem Langzeitstudenten und Möchtegernschriftsteller Gerd, der aus seinem vom exzessiven Alkoholkonsum geprägten Leben als Noch-immer-Jungfrau berichtet, bevor er Emma begegnete

Kennenlernen und Entwicklung der jungen Liebe spielen im Buch selbst keine Rolle, vielmehr ist gleich zu Beginn Schluss und Gerd von Emma vor die Tür gesetzt. 
Er erinnert sich sodann episodenhaft an seine (gescheiterten) Versuche, eine Freundin zu finden oder Verlage für seine Lyrik und Kurzgeschichten zu finden. Eine peinliche Situation nach der anderen wird aneinandergereiht bis Gerd aufgrund seines "schwarzen Daumens" Gärtnerin Emma im Botanischen Garten anspricht, die seinen Kaktus und später ihn selbst vor dem Selbstmord retten soll. 

Der Kaktus ist ein Symbol für das Scheitern Gerds, der es sogar - wenig überraschend - schafft, einen Kaktus vertrocknen zu lassen. 
Auch wenn man über so manche Anekdote aus der Vergangenheit, die jedoch überwiegend unter der Gürtellinie stattfinden, schmunzeln kann, fehlte mir eine stringente Handlung. Das Zusammenkommen mit Emma, Verlobung, Baby - werden nur kurz erwähnt und scheinen sich auch Knall auf Fall ereignet zu haben, was zu dem bisherigen Loser nicht so wirklich passte. Zudem machte Emma einen minderbemittelten Eindruck auf mich, wobei ich nicht weiß, ob das vom Autor tatsächlich so beabsichtigt war. 

Der Roman ist nicht nur aufgrund der Kürze, sondern auch aufgrund des rasanten Schreibstils in kurzen Sätzen zügig und kurzweilig zu lesen. Meinen Erwartungen hat der Roman dennoch nicht entsprochen. 
 

Samstag, 14. Januar 2017

Buchrezension: Jeannie A. Brewer - Ein Riss im Himmel

Jeannie A. Brewer

Ein Riss im Himmel


Inhalt: 

Es ist Liebe auf den ersten Blick - die Künstlerin Alex und der Medizinstudent Eric stürzen sich in eine Affäre voller Intensität und Leidenschaft. Doch dann erfährt Eric, dass er unheilbar krank ist, und nichts ist mehr wie vorher. Aber selbst die todbringende Krankheit kann die starke Liebe zwischen den beiden nicht zerstören.  

Rezension: 

Als sich die beiden Studenten Alex und Eric kennen lernen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Alex trennt sich von ihrem Freund Peter und geht eine leidenschaftliche Beziehung mit Eric ein. Neben der emotionalen Verbundenheit der beiden nimmt auch die körperliche Anziehung der beiden in der Anfangszeit einen großen Raum in dem Buch ein. Eric, der aus schwierigen Familienverhältnissen stammt und vor allem von seinem Vater auf Abstand gehalten wird, zeigt Alex wie man das Leben und die Freiheit genießt. Er nimmt sie mit auf seinem Motorrad und unterstützt sie bei ihrem Vorhaben, den Pilotenschein zu machen. Sie macht anschließend sogar eine Ausbildung als Himmelschreiberin

Der Roman beginnt allerdings mit der Beerdigung von Eric, weshalb für den Leser von Anbeginn klar ist, dass diese Liebe nicht glücklich enden wird. 

Als sich der Medizinstudent Eric bei der Behandlung eines aidskranken Patienten im Krankenhaus mit einer Nadel sticht, erhält er nach einem Test die Diagnose, dass er HIV-positiv ist. Eric hatte sich aber bereits vor fünf Jahren, vermutlich durch eine verunreinigte Heroinnadel, angesteckt. Für Alex und Eric bricht eine Welt zusammen.

Der Roman handelt im Jahr 1992, einem Zeitpunkt, zu dem die Forschung in Bezug auf Heilmittel für die Immunschwächekrankheit noch lange nicht so fortgeschritten war wie heute. Eric baut körperlich sehr schnell ab und wird bereits kurz nach der Diagnose stationär im Krankenhaus behandelt. Er selbst möchte später keine lebensverlängernde Behandlung und bittet Alex, alle Entscheidungen in seinem Sinn zu treffen, wenn er selbst nicht mehr dazu in der Lage ist. Die Verantwortung lehnt Alex, die dem Tod Erics nicht ins Auge sehen will, lange ab, bis es fast zu spät ist. Als Eric an Krebs erkrankt und er ausschließlich palliativ versorgt werden soll, beginnt ein juristisches Tauziehen mit seinen Eltern, die die bestmögliche medizinische Versorgung für ihren Sohn möchten und ihn zu sich nach Chicago nehmen wollen.

Auch wenn der Roman bereits vor über 20 Jahren spielt und manches Detail inzwischen überholt ist, hat das Thema Aids nichts an seiner Aktualität verloren. Der Roman ist von der ersten Seite an bewegend, da der Leser im Bewusstsein des nahenden Todes von Eric liest. Auch wenn Alex und Eric perfekt harmonieren und man wirklich das Gefühl hat, dass sie die Liebe ihres Lebens gefunden haben, schwingt von Anfang an ein Gefühl der Melancholie beim Lesen mit, was aber auch dem belastenden Verhältnis zwischen Eric und seiner Familie geschuldet ist. Der gefühlskalte Vater lehnt seinen Sohn, der immer um dessen Anerkennung bemüht war, ab. Es ist traurig zu lesen, wie kostbare Lebenszeit in Zwietracht verbracht wird und dann kurz vor Erics Tod wegen verletzter Gefühle oder reiner Machtspielchen Psychologen und Anwälte eingeschaltet werden, um für Erics vermeintliches Wohl zu sorgen. 

"Ein Riss im Himmel" ist eine traurige Geschichte über die große Liebe, die einem nur einmal im Leben begegnet und die den Leser berührt. Die Charaktere sind allerdings allesamt klischeebehaftet: Der gut aussehende Rebell Eric, der Alex zeigt, wie man lebt und genießt; Alex, die verträumte Kunststudentin, der es ein wenig an Selbstbewusstsein mangelt, die allerdings durch die Krankheit von Eric zu einer starken Persönlichkeit reift. Nicht zuletzt auch der unverbesserliche, sture Vater von Eric, der bis zuletzt keine Gefühle zeigte, aber selbst vor einem Streit um den Leichnam nicht Halt machte. Aufgrund dieser Widrigkeiten blieben für mich die eigentliche Liebesgeschichte und Gefühle der beiden zueinander auf der Strecke. 

Freitag, 13. Januar 2017

Buchrezension: Clare Mackintosh - Alleine bist du nie

Clare Mackintosh

Alleine bist du nie


Inhalt: 

Zoe Walker führt ein komplett durchschnittliches Leben in einem Londoner Vorort: Sie ist geschieden, hat zwei Kinder und einen langweiligen Job. Eines Tages entdeckt sie auf dem sonst so ereignislosen Heimweg ein Foto von sich in der U-Bahn, daneben eine ihr unbekannte Telefonnummer. Bloß eine harmlose Verwechslung? Zoe ahnt, dass es hier um mehr gehen muss. Doch noch weiß sie nicht, in welcher Gefahr sie schwebt - und wie bald sie alles zu verlieren droht, was sie liebt. 

Rezension: 

Als Zoe Walker auf dem Weg von ihrer Arbeit bei einem Immobilienmakler in Londoner U-Bahn nach Hause sitzt, fällt ihr eine Chiffre-Anzeige in der London Gazette auf, die mit ihrem Foto für eine Erotik-Hotline wirbt. Zunächst ungläubig, stellt sie später fest, dass es sich tatsächlich um ein auf Facebook veröffentlichtes Foto von ihr handelt, das mit ihrem Profil verknüpft ist. 

Auch andere Frauen werben ohne ihr Wissen für die ominöse Hotline, unter deren Rufnummer niemand zu erreichen ist. Als die ersten Frauen (Sexual-)delikten und tödlichen Verbrechen zum Opfer fallen, nimmt auch die Polizei die Ängste Zoes ernst und intensiviert die Ermittlungen, die zu einer Website führen, deren Betreiber es zu identifizieren gilt. 

Zoe fühlt sich auf ihren Arbeitswegen in der U-Bahn inzwischen permanent verfolgt und kann sich nicht mehr auf ihre Arbeit konzentrieren. Ihre Panik geht sogar so weit, dass sie damit beginnt, den Täter in ihrem persönlichen Umfeld zu vermuten. Sie verdächtigt einerseits ihren Lebensgefährten Simon, der ihr lange verheimlicht hat, seine Arbeitsstelle als Journalist verloren zu haben. Andererseits misstraut sie auch dem neuen, älteren Freund Isaac ihrer Tochter Katie, dessen schmeichelhafte Art Zoe zuwider ist. 

Die junge Ermittlerin Kelly Swift, die aufgrund eines persönlichen Fehlers in der Vergangenheit degradiert wurde und für die Aufklärung von Delikten in der U-Bahn zuständig ist, erkennt als erstes Zusammenhänge der Übergriffe auf Frauen mit den verübten Morden. Sie drängt darauf, bei der Aufklärung der Mordfälle mitarbeiten zu dürfen und erhält eine zweite Chance für ihre Karriere. 

Der Thriller fesselt von Anbeginn, da man sich als Leser(in) sehr gut in die Situation von Zoe einfinden kann. Sie ist einem Bedrohungsszenario ausgesetzt, mit dem jeder durch den wachsenden Einfluss der modernen Medien konfrontiert werden kann. Am Anfang könnt es sich noch um einen Fall von Stalking handeln, aber als der erste Mord passiert, ist klar, dass die Bedrohung für Zoe nicht nur real, sondern tatsächlich tödlich sein könnte. 

Neben Zoe ist die Ermittlerin Kelly die zweite Protagonistin, aus deren Perspektive "Alleine bist du nie" wechselseitig geschrieben ist. Bei den Ermittlungen spielen auch ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit und ihr familiärer Hintergrund eine Rolle, so dass man auch Einblick in das Privatleben der Ermittlerin erhält. 

Neben der laufenden Handlung wird auch die Sicht des Täters in kurzen Kapiteln bedrohlich eingeflochten: "Du tust jeden Tag das Gleiche. Du weißt genau, wohin du willst. Ich auch. [...] Ich sehe dich. Aber du siehst mich nicht." Er scheint allgegenwärtig zu sein, ohne dass die potenziellen Opfer etwas bemerken. 

Im Verlauf des Buches wird der Leser immer wieder auf falsche Fährten gelenkt, bis erst am Ende klar ist, wer der Täter ist, so dass die Spannung kontinuierlich aufgebaut und aufrechterhalten wird. 
Ganz am Ende erschreckt die Autorin den Leser gekonnt mit einem Überraschungsmoment, denn "Alleine bist du nie..."

Fesselnder, sehr moderner Psychothriller. 

Mittwoch, 11. Januar 2017

Produkttest: syNeo Cosmetics Aura Deodorant Passion und Paradise

syNeo Cosmetics

Aura Deodorant

Passion und Paradise

Vom gofeminin-Testlabor wurde ich ausgewählt, die neuen Deodorants von syNeo zu testen. Es sind die ersten Deodorants der Marke, die parfümiert sind und mit dem natürlichem Wirkstoff aus dem Apfel versetzt sind und ganz ohne Aluminium auskommen.



Produktbeschreibung:

Kaum ein Kosmetikprodukt ist so wichtig wie ein Deodorant, das sicheren Schutz gegen Schweiß- und Körpergeruch bietet. Mit syNeo Aura Deodorant präsentiert syNeo Cosmetics jetzt seine ersten parfümierten Deodorants, die bis zu 24 Stunden zuverlässig gegen Schweiß- und Körpergeruch schützen. 

Damit ist syNeo Aura Deodorant die optimale Alternative für alle Verbraucher, die Deodorants mit Aluminiumsalzen meiden möchten.
Ein natürlicher, adstringierender Wirkstoff aus dem Apfel sowie ein Ferment, das aktiv Geruchsmoleküle einschließt, kommen dabei zum Einsatz. Mit einem Pflegekomplex aus feuchtigkeitsspendendem Urea, hautpflegendem Panthenol und Allantoin wird die Haut vor Irritationen bewahrt.

syNeo Aura Deodorant enthält keine Aluminiumsalze, Parabene, Mineralöle, Silikone, PEG oder Farbstoffe. Durch den Verzicht von Inhaltsstoffen tierischen Ursprungs sind die Produkte zudem für Kunden mit veganer Lebensweise geeignet.
Aufgrund seiner Anti-Flecken-Formel schützt das Produkt außerdem vor gelben  Verfärbungen auf heller sowie weißen Rückständen auf dunkler Kleidung.


Für Frauen gibt es das 24h-Deodorant Aura in zwei Duftvarianten: 



Passion
Mit sinnlich-verführerischem Duft.
 



Paradise
Mit blumig-paradiesischem Duft.
 

Produkttest:

Die Deodorants sind für mich ungewohnt in einem Glasflakon und lassen sich nicht mittels Zerstäuber, sondern als Pumpspray auf die Haut auftragen. 
Zwei Pumpstöße sollen ausreichen, um für zuverlässigen Schutz vor Schweiß- und Körpergeruch zu sorgen. Auch wenn es sind um einen Zerstäuber handelt, verteilt sich das Deo durch die zwei Pumpstöße gut in den Achselhöhlen. Es dauert allerdings länger als bei herkömmlichen Deodorants bis die Achsel getrocknet ist und man sich anziehen kann. 

Da die Deos Alkohol enthalten, sollte man sie nicht auf frisch rasierter, verletzter oder sensibler Haut anwenden. 

Die Wirkung der Deos ist für mich vollkommen ausreichend, auch wenn ich nicht getestet habe, ob sie wirklich 24 Stunden anhält, da ich ohnehin jeden Abend dusche. 
Der Duft beider Deos verfliegt nach dem Auftragen schnell, so dass sie Parfums oder anderen Körperpflegeprodukten keine Konkurrenz machen. 
Paradise duftet überraschend herb, eher wie ein Männerdeo, während Passion intensiv süßlich-blumig riecht.

Positiv zu erwähnen bleibt die Anti-Flecken-Formel: Die Produkte hinterlassen keinerlei Verfärbungen auf weißer oder weiße Rückstände auf dunkler Kleidung. 

Auch wenn die Deodorants von syNeo mit Sicherheit gut sind, mag ich persönlich einfach lieber Deosprays aus dem Zerstäuber, die sich mit einmal Sprühen unter der Achsel verteilen und schnell trocknen als Deodorants in Form eines Pumpsprays.  


Beide Deodorants sind für je 4,95 € in Drogerien erhältlich.
 

Montag, 9. Januar 2017

Buchrezension: Dani Atkins - Die Nacht schreibt uns neu

Dani Atkins

Die Nacht schreibt uns neu

 

Inhalt: 

Dani Atkins hat es wieder getan! Sie hat eine Liebesgeschichte geschrieben, die sich fast so spannend wie ein Thriller liest. Und sie hat Figuren geschaffen, die uns schon mit den ersten Sätzen ans Herz wachsen – so sehr, dass Taschentücher unbedingt zur Grundausstattung beim Lesen gehören sollten: Emma macht sich bereit für ihren großen Tag. Die Wimperntusche in ihrer Hand zittert ein wenig, aber ein bisschen Nervosität ist ganz normal, oder? Beim Blick in den Spiegel tasten Emmas Finger automatisch nach der alten Narbe dicht unter ihrem Haaransatz. Das sichtbare Andenken an die Nacht, die ihr Leben verändert hat. Und nicht nur ihres. Emma erinnert sich: an den furchtbaren Unfall auf dem Heimweg von ihrem Junggesellinnenabschied, an den Tod ihrer besten Freundin Amy, an ihren Retter Jack, an Richards liebevolle Reaktion, als sie ihn gebeten hat, die Hochzeit zu verschieben. Und an alles, was danach kam. Schließlich klopft es an der Tür. Jemand ist gekommen, um Emma nach unten zu führen. Wer? Lassen Sie sich überraschen! 

Rezension:

Die 27-jährige Emma steht kurz vor ihrer Hochzeit mit ihrem Lebensgefährten Richard, den sie bereits seit Kindesbeinen kennt und mit dem sie nach einer fünfjährigen Unterbrechung seit einigen Monaten wieder zusammen ist. 

Am Abend ihres Junggesellinnenabschieds verunglückt sie bei einem Verkehrsunfall zusammen mit ihren besten Freundinnen Amy und Caroline. Während Emma und die Fahrerin Caroline nur leicht verletzt sind, stirbt Amy noch am Unfallort, bedankt sich in ihren letzten Worten völlig aus dem Zusammenhang gerissen bei Emma. Diese ist irritiert, wertet Amys tiefe Dankbarkeit für ihre Güte und Verständnis allerdings als Reaktion auf den Schock durch den Unfall. 

Emma hatte den Unfall nur überlebt, da der vorbeifahrende Jack sie unter Einsatz seines eigenen Lebens aus dem Autowrack befreien konnte, bevor dieses in Flammen aufging. Jack ist ein erfolgreicher Schriftsteller aus Amerika und nur wenige Monate in England, um für seinen neuen Kriminalroman zu recherchieren. Emma kann Jack nicht vergessen und fühlt sich bei jeder Begegnung mit ihm stärker zu ihm hingezogen. Sie ist sich aber nicht sicher, ob die starke emotionale Verbundenheit, die sie bei ihm spürt, nur darauf zurückzuführen ist, dass sie ihn als ihren Lebensretter verehrt oder ob es echte Gefühle sind. 
Dann begreift sie allerdings die letzten Worte Amys und zieht Schlüsse, die ihre Beziehung zu Richard in Frage stellen.  

"Die Nacht schreibt uns neu" ist der zweite Roman von Dani Atkins, der wieder genauso emotional zu lesen ist, wie "Die Achse meiner Welt", ihrem Debüt, von dem ich begeistert war. Dani Atkins hat einen sehr angenehmen, wirklich schönen Schreibstil mit Wiedererkennungswert. 

Der Roman um die Protagonistin Emma ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, so dass man als Leser mit Emma mitfühlt und mitleidet und ihre Unsicherheit und widersprüchlichen Gefühle gut nachvollzeihen kann. Vor allem der Unfall und die Folgen sind so eindringlich, traurig und ergreifend geschrieben, dass man sich direkt in die Szenerie versetzt fühlt.
 
Auch die Entwicklung der Liebesgeschichte hat mit gut gefallen, da sie nicht so vorhersehbar war, wie man es eigentlich hätte vermuten können. Gerade am Ende überrascht die Autorin mit einem Blick in die Zukunft, auf den sie in den sechs Untergliederungen des Romans hinarbeitete, den man als Leser jedoch automatisch ganz anderes interpretiert. 

Die Geschichte ist ambitioniert und deckt die verschiedenen Themenfelder von Freundschaft und Liebe, Verlust und Trauer sowie das Leben mit der Krankheit Alzheimer ab. Auf den ersten Blick erscheint die Vielzahl der Themen für einen Roman mit einem Umfang von knapp 450 Seiten als erdrückend viel. Da diese aber gut in der Geschichte verwoben sind und sich teilweise gegenseitig bedingen, wirkt der Roman nicht überfrachtet. 

"Die Nacht schreibt uns neu" konnte mich zwar nicht so begeistern wie Dani Atkins Debüt, was an Protagonistin Emma und ihrem nicht ganz so fairen Umgang mit ihrem Lebensgefährten Richard und der heldenhaften Darstellung von Jack und auch dem im Vergleich zum sehr ergreifenden Anfang und überraschendem Ende etwas schwächerem Mittelteil liegen könnte, ist aber dennoch eine wunderschön emotionale Liebesgeschichte, die noch länger im Gedächtnis bleibt. 

Auch der neu erschienene Roman "Der Klang deines Lächelns" werde ich deshalb definitiv auch lesen.