Montag, 21. Mai 2018

Vorstellung Glossybox Mai 2018

GLOSSYBOX
Mai 2018


Nach fast einem Jahr Pause habe ich mir mal wieder eine GLOSSYBOX gegönnt, da mich der Eyeliner aus der Sneak Peek interessierte. Die Mai-Ausgabe der GLOSSYBOX wurde als Comic-Edition angekündigt.  

"Wünschst du dir nicht auch manchmal ein paar Helfer an deiner Seite, die dir alltägliche Beauty-To-Dos mal eben abnehmen? Diese Vorstellung ist einfach zu herrlich und deshalb widmen wir ihr diesen Monat die GLOSSYBOX Comic-Edition, bei der dich die Beauty-Monster zu deiner eigenen Geschichte inspirieren."


"Unboxing #glossybox_de":

Folgendes Produkt wurde also bereits in der Sneak Peek angekündigt:

EYEKO LONDON 
Fat Liquid Eyeliner

Kein Verschmieren, kein Verwischen, easy anzuwenden! Dieser Eyeliner ist definitiv das neue Highlight in deinem Beautycase. Wie mit einem Filzstift gleitet man mit diesem Eyeliner über die Augenlider, um zarte oder dramatische Wings in lang anhaltendem Karbonschwarz zu zeichnen: in starken Linien oder feinen Lines. Nur die äußeren Werte zählen? Bei ihm auch die inneren. Der FAT Liquid Eyeliner pflegt mit Algenextrakt.

Der Eyeliner ist so fest wie ein Filzstift, was den Auftrag des Lidstrichs erleichtert. Je nach dem in welchem Winkel man ihn ansetzt, kann man einen dickeren Lidstrich im 70er-Jahre-Stil als auch einen feineren, weniger auffälligen Lidstrich ziehen. Er trocknet unmittelbar nach dem Auftragen, so dass nichts verschmieren kann. Mir gefällt der Eyeliner wirklich gut!

17,94 € / 3,5 ml (Originalgröße)

LUXIE BEAUTY
Luxie Medium Fan Face Brush 560 

Dieser Fächerpinsel bringt gleich zwei Dinge mit: Er hat sowohl die ideale Größe als auch die passende Form, um Highlights auf Wangenknochen, Nase und Kinn zu setzen. Bring mit dem Tool feine Pudertexturen akzentuiert auf deine Haut und lass sie strahlen. 

Wieder einmal ein Pinsel in der Box, für den ich keine Verwendung habe. 

15,00 € (Originalgröße)

L'ORÉAL
Stylista The Beach Wave Spray


Mit diesem Spray bringt man Sommer ins Haar! Es enthält Salz- und Zuckerkristalle sowie eine nährende Zuckerinfusion für einen perfekten Beach-Waves-Style und ein gesundes, natürliches Haargefühl. Austrocknen? Fehlanzeige! Silikone? Sind auch nicht drin.


Auch dieses Spray ist ein Produkt, für das ich keine Verwendung habe. Für meine knapp schulterlangen Haare ist das Beach Waves-Spray für einen zerzausten Strandlook-Style weniger geeignet. 
Mit dem Spray kann ich meine Naturwelle zwar betonen, leider verkleben die Haare aber auch unschön.

7,95 €/ 200 ml (Originalgröße)

REVLON
Ultra HD Lip Lacquer Pink Ruby 515 

Mit dem Ultra HD Lip Lacquer trägt man einfach pure Farbfreude auf. Seine einzigartige, wachsfreie High-Definition-Formel auf Gelbasis hüllt die Lippen in federleichte Farbe mit wunderschönem Lackglanz. Für ebenso leichten Tragekomfort, ohne zu verkleben. 

Die schreiend pinke Farbe passt vielleicht zum Motto Comic-Edition, für den Alltag finde ich diesen Lipgloss aber eher ungeeignet. Der Lack ist nicht kussecht und hinterlässt ein klebriges Gefühl auf den Lippen. 

9,99 € / 5,9 ml (Originalgröße)

LACURA YOU
Eye Mousse

Selfie ready? Der 7in1-Feuchtigkeitskomplex dieses Eye Mousse versorgt die Haut sofort, lang anhaltend und nachhaltig mit Feuchtigkeit. Ein Eye Problem Solver hilft gegen geschwollene Lider und mildert Augenringe. Zudem mindern Koffein und Hyaluronsäure erste Trockenheitsfältchen und lassen müde Augen wieder wach und frischer aussehen. 

Die Augencreme mit Anti-Ageing-Wirkung ist ein sehr preisgünstiges Produkt, das ich noch ausprobieren muss. Für eine GLOSSYBOX finde ich ein Produkt von Aldi allerdings enttäuschend.

2,25 €/ 15 ml (Originalgröße)

Als Probe war die Tagescreme

RITUALS
Rituals of Namasté Glow 
Radiance Anti-Ageing Day Cream

enthalten: Leichte Anti-Aging-Tagescreme, die die Haut revitalisiert, sie strahlender macht und feine Linien reduziert.
Die Tagescreme gibt der Haut ihr Strahlen zurück. Sie minimiert sichtbar feine Linien, verbessert die Elastizität der Haut und schützt sie vor schädlichen Einflüssen freier Radikale. Die Haut fühlt sich glatt und gepflegt an und ist sichtbar straffer und revitalisiert. Das Ergebnis: wundervolle glatte und strahlende Haut. Stellt den Glanz jugendlicher Haut wieder her. 

Die Produktlinie Namasté Glow von Rituals enthält eine Anti-Aging-Formel, die speziell entwickelt wurde, um die ersten Anzeichen der Hautalterung zu bekämpfen. Diese Formel ist mit Safranblüten und heiliger Lotusblume angereichert. Die heilige Lotosblume, das Symbol für Reinheit, Schönheit und Weisheit, ist für ihre beruhigenden und pflegenden Eigenschaften bekannt. Safranblüten, das rote Gold des Ostens, sind für ihre antioxidativen und Anti-Falten-Eigenschaften bekannt. Die Kombination regeneriert die Haut und hinterlässt einen hellen und strahlenden Glanz auf der Haut. 

Sicher eine gute Tagescreme, die ich im nächsten Urlaub verwenden werde. 

Probe (5 ml)
Originalprodukt: 33,50 €/ 50 ml

Darüber hinaus enthielt die GLOSSYBOX einen Kugelschreiber von SCHNEIDER, den Slider Edge in der Schriftfarbe Pink. 



Meine GLOSSYBOX enthielt eine recht durchwachsene Zusammenstellung. Unter einer ansprechenden Beautybox stelle ich mir eine vielfältige Auswahl der Produkte von noch unbekannten Marken vor, die ich nicht schon in der nächsten Drogerie oder gar beim Discounter nebenan kaufen kann, vor oder interessante Neuerungen von etablierten Marken. 
Das einzig neuartige Produkte war für mich der Eyeliner und das einzige Highlight der Box, aber auch die beiden Cremes werde ich verwenden. Da ich in meiner Box nur Produkte für Gesicht und Haare hatte, fehlte mir ein Körperpflegeprodukt wie eine Bodylotion. 

Donnerstag, 3. Mai 2018

Produkttest: eos Crystal Lip Balm

Lippenpflegeprodukte der Marke eos gibt es schon seit einigen Jahren auf dem deutschen Markt. Die Lippenbalsame in Bällchenform haben verschiedene Geschmacksrichtungen von süß bis fruchtig und vereinen Feuchtigkeit spendende Inhaltsstoffe, die zu 100 % natürlichen Ursprungs sind. 
Nun gibt es eine Neuheit von eos, die ich zusammen mit 2.499 weiteren Produkttesterinnen ausprobieren darf.



Produktbeschreibung:

Ab sofort gibt es einen neuen Lip Balm von eos, der das Original nicht nur optisch, sondern auch durch die pflegenden Eigenschaften übertrifft. Der neue eos Crystal verzichtet komplett auf Bienenwachse. Damit ist er nicht nur vegan, sondern schenkt den Lippen maximale Feuchtigkeit ohne zu beschweren. Passend zur kristallklaren Optik und dem natürlich glänzenden Pflegefinish erinnert der Crystal Lip Balm innen wie außen an einen Diamanten.



Die schwerelose Lippenpflege von eos zieht schnell ein, spendet Feuchtigkeit und hinterlässt und gleichzeitig ein federleichtes Finish. Anders als die meisten wachsweichen Lippenpflegeprodukte enthält der neu eos Lip Balm kein Bienenwachs. Stattdessen bilden natürliche Kokosnuss-, Shea-, Avocado-, Sonnenblumen- und Rizinusöle bilden die Pflegebasis der kristallklaren, schwerelosen Textur und sorgen für samtig weiche Lippen. 
Der neue eos Crystal kommt nicht nur ohne tierische Inhaltsstoffe aus. Auch auf Mineralöle und Parabene wird in der Formulierung verzichtet. Zudem ist die eos-Neuheit vollständig recyclebar. 




Den eos Crystal gibt es bisher in den Varianten Hibiscus Peach und Vanilla. 

Produkttest: 

Ich habe die Variante Vanilla zum Testen erhalten, die himmlich süß riecht. 
Spontan erinnert mich der neue eos Lip Balm im Vergleich zu der bisher kugeligen Form an ein Ei. Ihn als Diamant zu bezeichnen wirkt aus Marketinggründen hochwertiger, was auch durch die goldene Verpackung unterstrichen wird. Der Lip Balm selbst ist durchsichtig, nutzt sich aber mit dem Auftragen ab, so dass er nicht mehr so schön frisch und klar aussieht. 

Der Lip Balm pflegt die Lippen sofort weich und hinterlässt keinen klebrigen Film. Die Lippen erhalten einen dezenten Glanz und sich auch auf nachfolgendes Lippenmake-up vorbereitet. 



Die pflegende Wirkung hält allerdings nicht so lange an, so dass ich schnell wieder das Gefühl hatte, erneut den Balm auftragen zu müssen. 

Ich finde die knubbelige Form auffällig und interessant, aber nicht besonders praktisch. Stiftförmige Lippenstifte und -balme passen mit ihrer kompakten Größe in jedes noch so kleine Fach der Handtasche. Diesen finde ich für unterwegs deshalb weniger geeignet, weshalb er eher einen festen Platz auf meinem Schreibtisch oder im Bad einnehmen wird. 



Als optischer Hingucker überzeugt der eos Crystal vor allem durch seine natürlichen, nachhaltigen Inhaltsstoffe und sorgt für einen natürlichen Look der Lippen, die sich samtig anfühlen. 

Mit einem Preis von 6,99 € empfinde ich ihn allerdings aufgrund der nur kurzzeitigen Pflegewirkung als etwas teuer. 

Donnerstag, 19. April 2018

Blog-Umzug

Meine Bücher präsentieren sich ab sofort auf einem eigenen Blog, der als reiner Buchblog gestaltet ist. Ab morgen gibt es neue Rezensionen auf http://lenasbuecherlounge.blogspot.com

Viel Freude beim stöbern, lesen und kommentieren!



Mittwoch, 18. April 2018

Buchrezension: Lisa Jewell - Der Fremde am Strand

Lisa Jewell

Der Fremde am Strand


Inhalt:

An einem stürmischen Frühlingstag findet die alleinerziehende Mutter Alice am Strand vor ihrem Cottage einen Mann. Er erinnert sich weder, wie er dort hingekommen ist, noch, wie er heißt. Obwohl sie normalerweise keine mysteriösen Fremden bei sich aufnimmt, bietet Alice ihm ihre Hilfe an. Zur gleichen Zeit vermisst die frisch verheiratete Lily in London ihren Ehemann, und sie ist sicher, dass ihm etwas zugestoßen sein muss. Doch wie hängt all dies mit den Geschehnissen im Sommer 1993 zusammen? Jenem Sommer, der mit einem tragischen Ereignis endete, das auch jetzt, in der Gegenwart, noch weitreichende Konsequenzen hat. 

Rezension:

Alice Lake ist 41 Jahre alt und alleinerziehende Mutter von drei Kindern von drei verschiedenen Vätern. Auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit ist sie immer wieder an die falschen Männer geraten. Als sie am Strand vor ihrem Cottage in Ridinghouse Bay, einen verwirrten Mann im Regen findet, nimmt sie den Fremden, den ihre jüngste Tochter "Frank" tauft, in ihr Gartenhaus auf. Er hat weder Papiere noch Geld bei sich und kann sich an nichts mehr erinnern. Bald bekommt er jedoch ein Gefühl dafür, dass er nicht zufällig in diesem Ort an der Nordsee gestrandet ist. Bruchstückhaft kehren Erinnerungsfragmente daran zurück, dass er jemanden verletzt, gar getötet haben könnte. Er weigert sich, zur Polizei zu gehen und wider aller Vernunft lässt ihn Alice weiterhin bei sich wohnen. 

Parallel zu den Ereignissen in Ridinghouse Bay vermisst die 21-jährige Lily Monrose ihren Ehemann Carl, der nach der Arbeit nicht nach Hause gekommen ist. Die beiden sind frisch verheiratet und Lily, die erst nach der Hochzeit von Kiew nach London gezogen ist, kennt ihren Mann eigentlich kaum. Carl hat seine deutlich jüngere Ehefrau vergöttert, weshalb Lily davon ausgeht, dass ihm etwas Schlimmes passiert sein muss. Als sie bei der Polizei eine Vermisstenanzeige aufgibt, findet diese heraus, dass Carls Reisepass gefälscht ist und dass es keinen Mann namens Carl John Robert Monrose gibt. Lily gibt nicht auf und die Suche nach ihrem Ehemann führt sie nach Ridinghouse Bay, wo vermutlich seine Mutter wohnt. 

22 Jahre zuvor sind Gray und Kirsty mit ihren Eltern im Sommerurlaub in Ridinghouse Bay. Dort begegnen sie dem 19-jährigen Mark, der Kirsty fortan umgarnt. Während Grays Eltern den jungen Mann als charmant empfinden, hat Gray kein gutes Gefühl dabei, dass sich der junge Mann für seine noch kindlich wirkende 15-jährige Schwester interessiert. 

Der Roman erzählt drei Handlungsstränge, die sich abwechseln. Der Roman wird dadurch jedoch nicht verwirrend, sondern unheimlich packend, da jede Erzählung für sich auf ihre Weise spannend ist und man als Leser ab der Hälfte des Romans ahnen kann, wie alle Teile miteinander in einem Zusammenhang stehen könnten. 

Nach und nach lüften sich die Geheimnisse und die dramatischen Wendungen lassen fast jedes Kapitel mit einem Cliffhanger enden, dass man gefangen in der Geschichte unwillkürlich weiterlesen muss, bis der unter dem Fugue-Syndrom leidende "Frank", Alice und Lily das Mysterium lösen können. 
Die Handlung im Jahr 1993 wirkt dabei wie ein Psychothriller und lässt durch den undurchsichtigen Charakter Mark Schreckliches befürchten. 

"Der Fremde am Strand" hat mich von der ersten Seite an gepackt. Es ist ein äußerst raffinierter Roman, der parallel mehrere Handlungen erzählt, bei denen der Leser jedoch stets einen roten Faden erkennen kann und die am Ende ein sinnvolles Ganzes ergeben. Durch die unterschiedlichen Schauplätze und Ausgangssituationen ist die Geschichte sehr abwechslungsreich erzählt und überzeugt nicht nur durch einen enormen Spannungsbogen, sondern auch durch authentische, einzigartige Charaktere. 

Dieser Roman hat mir richtig gut gefallen und mich neugierig auf weitere Bücher von Lisa Jewell gemacht. 




Montag, 16. April 2018

Buchrezension: Stina Lund - Preiselbeertage

Stina Lund

Preiselbeertage


Inhalt: 

Schweden: Das ist für Ariane das Land ihrer Kindheit, das Land mit dem roten Holzhaus ihrer Eltern am See, das Land der Preiselbeeren. Aber auch das Land, in dem sie nie wirklich zu Hause war, anders als ihre pragmatische Mutter und die lebensfrohe Schwester Jolante.
Seit Jahren war Ariane nicht mehr in Schweden. Gleich nach der Schule ist sie nach Deutschland ausgewandert, die ursprüngliche Heimat ihrer Eltern. Die waren nach der Wende aus der DDR nach Småland gezogen und sprachen nur selten von ihrem alten Leben.
Dann bekommt Ariane die Nachricht vom plötzlichen Tod ihres Vaters - und von einem Manuskript, das er ihr vererbt hat. Doch das scheint spurlos verschwunden. Gegen jede Vernunft geht Ariane zurück nach Schweden und hofft, dort endlich herauszufinden, wohin ihr Herz gehört.

Rezension:

Ariane lebt seit elf Jahren in Leipzig, dem Herkunftsort ihrer Mutter Ina und wo auch ihre Großeltern Margarethe und Benno, zu denen sie ein sehr enges Verhältnis hat, und arbeitet dort als Bild- und Videoredakteurin beim MDR. Als ihr Vater Jörg plötzlich stirbt, kehrt sie nach all den Jahren nach Schweden zurück, um neu anzufangen. Zu ihrer Mutter Ina ist das Verhältnis unterkühlt und auch ihrer jüngeren Schwester Jolante fühlte sie sich nie eng verbunden. Jörg hat seinen Töchtern laut Testament ein Manuskript vermacht, das jedoch nicht auffindbar ist. Ina gibt sich ahnungslos, doch Ariane lässt nicht locker. Sie möchte endlich wissen, warum sie sich in Schweden nie heimisch gefühlt hat und ob das Manuskript ihr Aufschluss geben kann. 

"Preiselbeertage" ist eine Familiengeschichte, die in der Gegenwart überwiegend in Söderby in Schweden spielt. In Rückblenden erfährt man, was sich Ende der Achtzigerjahre vor der Wende in Leipzig abgespielt hat und wie es dazu kam, dass Ina und Jörg als Republikflüchtlinge in Schweden ein neues Leben angefangen haben. 

Die ganze Familie, aber insbesondere die Frauen, haben - geprägt von einem kommunistischen Staat mit wenig Freiheiten und in ständiger Angst vor Stasi und Bespitzelung - Schicksalsschläge verkraften müssen, die das Verhältnis zueinander nachhaltig erschüttert haben.   

Ariane ist in einer Familie aufgewachsen, in der nicht viel miteinander gesprochen wurde. Während sie sich mit Jörg gut verstanden hat, war die Verbindung zu ihrer Mutter stets distanziert, fast lieblos. 

Die Geschichte wirkt nicht nur durch die gut gezeichneten Charaktere, sondern auch durch die historischen Fakten der deutschen Geschichte, authentisch. Schmerz, Enttäuschung und Verbitterung sind nachvollziehbar dargestellt und als Leser begreift man schnell, dass in der Familie vor allem durch Verdrängung und Schweigen sowie dem Verfall in Opferrollen einiges im Argen liegt. Der Tod von Jörg und das Manuskript, für das er bereits einen Verleger gefunden hatte, sind eine Chance um das Schweigen zu brechen und die Geheimnisse der Vergangenheit auf den Tisch zu legen, um gemeinsam neu anzufangen. 

Auch wenn die Geschichte in Teilen vorhersehbar ist und an mancher Stelle nur oberflächlich bleibt, hat mir die emotionale Familiengeschichte, eingebettet in die deutsch-deutsche Geschichte, und vor allem auch bildhafte Beschreibung von Schweden und seiner Natur gut gefallen. 



Samstag, 14. April 2018

Buchrezension: Imogen Hermes Gowar - Die letzte Reise der Meerjungfrau: oder wie Jonah Hancock über Nacht zum reichen Mann wurde

Imogen Hermes Gowar

Die letzte Reise der Meerjungfrau: oder wie Jonah Hancock über Nacht zum reichen Mann wurde


Inhalt:

Ein Wunder, raunen die einen. Betrug, rufen die anderen. Für den Kaufmann Jonah Hancock zählt nur eines: Die Meerjungfrau, die sein Kapitän aus Übersee mitgebracht hat, versetzt ganz London in Staunen. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Kunde in den Kaffeehäusern, Salons und Bordellen der Stadt. Jonah steigt in die obersten Kreise der Gesellschaft auf und verkauft seine Meerjungfrau schließlich für eine schwindelerregende Summe. Nur die Gunst der Edelkurtisane Angelica Neal bleibt unerschwinglich für ihn, denn als Beweis seiner Liebe fordert Angelica eine eigene Meerjungfrau. Jonah setzt alles daran, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Doch Wunder haben einen hohen Preis.

Rezension: 

"Denn eine Meerjungfrau ist ein höchst unnatürliches Wesen und ihr Herz ohne Liebe."

1785 erhält der verwitwete Kaufmann Jonah Hancock von seinem Kapitän ein Mitbringsel aus Übersee: eine tote Kreatur, seiner Ansicht nach nach eine Meerjungfrau, die er gegen ein Schiff eingetauscht hat. Der Kapitän ist überzeugt davon, dass Hankock mit ihr ein Vermögen machen kann. Hankock ist kein Schausteller, da die Geschäfte aber ohnehin schlecht laufen, macht sich Hankock die Neugier und Faszination der Londoner Gesellschaft zu nutze und vermarktet die "Meerjungfrau" gewinnbringend in einem Kaffeehaus. Die Meerjungfrau wird in London zu einer Sensation. 

Mrs. Chapell, die Inhaberin eines florierenden Bordells, wird auf das Spektakel aufmerksam und mietet die "Meerjungfrau", um Kunden in ihr Etablissement zu locken. Hankock ist entsetzt über das Treiben in dem Bordell und hält den Ort nicht für den richtigen Platz für seine Meerjungfrau, weshalb er sie für eine große Summe verkauft. Über Mrs. Chapell lernt Hankock die Kurtisane Angelica kennen und verliebt sich in sie. Angelica hält sich trotz ihres Status als "Hure" für etwas Besseres und verlangt von Hankock eine eigene Meerjungfrau. 
Unerwartet kehrt Hankocks Kapitän im Gegensatz zu der grotesken ersten Variante mit einer lebendigen Meerjungfrau zurück, die dann in einer unterirdischen Grotte gefangen gehalten wird. 

Der Roman spielt Ende des 18. Jahrhunderts im georgianschen London und ist wirklich originell geschrieben. In einer sehr bildhaften Sprache die Imogen Hermes Gowar die damalige Zeit und die Vielfalt der skurrilen Personen näher. 
Für meinen Geschmack waren die Beschreibungen von Örtlichkeiten und Personen allerdings zu detailreich und überzogen, dass sie eine Handlung überlagerten und den Roman sehr in die Länge gezogen haben. 

"Sein Atem stinkt so faulig wie ein Fliegenschrank mit einer lang vergessenen Scheibe Speck drin. [...] An diesem Mann stinkt nicht nur der Mund, auch seine Kleider, nach Spülwasser und saurer Milch, nach der Bratensoße einer Pastete, die ihm aufs Hemd gespritzt ist, und sein Körper riecht so abstoßend wie ein Tier, das zu lange in einem winzigen Bau gelebt, sich im eigenen Schweiß und Dreck gewälzt hat."

Auch die Dialoge der Damen in dem Etablissement empfand ich als zu langweilig und für die Handlung nicht förderlich. 
Hankock ist ein eher blasser Charakter, während die Frauen überwiegend unsympathisch dargestellt werden. So fällt es schwer, sich auch nur in irgendeine der Personen hineinzuversetzen. 
Ich fand es allerdings interessant zu lesen, dass sich die Kurtisanen als "Schwestern im Dienste der Venus" freier fühlten, als sie es als Ehefrau gewesen wären. So wollte Angelica niemals nur "'Frau von' und 'Tante von', später dann 'Mutter von' sein."

"Die letzte Reise der Meerjungfrau" ist ein außergewöhnlicher Roman abseits des Mainstreams, der einerseits faszinierend, aber andererseits anstrengend zu lesen ist. Die Stimmung ist zunächst überschwänglich, das historische Treiben sehr lebhaft beschrieben. Die Atmosphäre wird im Verlauf aber zunehmend melancholischer. 
Die Autorin ist eine fantastische Erzählerin, so dass man sehr anschaulich in das London der damaligen Zeit eintauchen kann und das Flair einer Stadt Ende des 18. Jahrhunderts spürt. Inhaltlich überzeugte mich der Roman um Prostitution, die Situation der Freudenmädchen in den Bordellen und einschlägigen Etablissements, die sich gezwungen sehen, für ihren Lebensunterhalt ihren Körper zu verkaufen nicht ganz. Die Autorin verliert sich für mich in zu vielen Details,weshalb mir ein roter Faden fehlte. Zudem wurde die Rolle der Meerjungfrau, die nur als Symbol für das gierige und rücksichtslose Streben nach mehr der Menschen steht, dem Titel nicht gerecht. 



Freitag, 13. April 2018

Buchrezension: Nina Laurin - Escape - Wenn die Angst dich einholt

Nina Laurin
Escape - Wenn die Angst dich einholt


Inhalt: 

Eigentlich hat Laine Moreno längst aufgegeben. Seit zehn Jahren versucht die 23-Jährige zu vergessen, was man ihr angetan hat: Wie sie als Kind entführt und drei Jahre lang missbraucht wurde, bis ihr hochschwanger die Flucht gelang. Dass man ihren Peiniger nie gefasst hat, weil sie sich nicht erinnern konnte. Dass ihre Tochter zur Adoption freigegeben wurde.
Doch als Laine eines Tages an einem Vermisstenplakat vorbeistolpert, starrt ihr die Vergangenheit mitten ins Gesicht: Die Gesuchte – Olivia Shaw, 10 Jahre alt – ist praktisch ihr Ebenbild. Um Olivia zu retten, muss Laine sich ihren Dämonen stellen – und einer Wahrheit über die Entführung, die sie zerstören könnte. 

Rezension: 

Ella Santos wurde als Zehnjährige entführt und drei Jahre festgehalten. Als sie schwanger ist, gelingt ihr die Flucht. Sie bringt das Baby zur Welt, das unmittelbar zur Adoption frei gegeben wird, zu ihrem Entführer kann sie kaum Angaben machen. Das Verbrechen konnte nicht aufgeklärt werden und Ella trotz ihrer neuen Identität als Laine Moreno und Aufenthalt in einer Psychiatrie den Aufenthalt bei ihrem Peiniger nie verarbeiten. 
Als ein Mädchen entführt wird, das ihr gleicht, fühlt sie sich nicht nur an ihre eigene Entführung erinnert, sondern ihr wird bewusst, dass es sich bei der zehnjährigen Olivia Shaw um ihre Tochter handelt. Auch wenn Laine keinerlei Gefühle für das Kind hat und es keine Beweise gibt, dass es sich bei ihrem Entführer um den Täter von damals handelt, möchte sie zur Aufklärung des Verbrechens beitragen und mischt sich in die Ermittlungen ein, als sie feststellt, dass es sich bei dem Kriminalkommissar Sean Ortiz um den Polizisten handelt, der sie vor zehn Jahren völlig verstört gefunden hat. 

Laine ist keine sympathische Protagonistin. Man erlebt sie in ihrem Sumpf aus Medikamentenmissbrauch, Drogenbeschaffung und Suizidgedanken. Mir fiel schwer, sie als Opfer zu sehen, da mir ihre wirren Gedankengänge und ihr impulsives Handeln kaum nachvollziehbar waren. 
Das Hauptaugenmerk des Thrillers liegt auf Laines kaputtem physischen und psychischen Zustand und weniger auf der Entwicklung eines spannenden Plots. Auch wenn der leitende Ermittler Ortiz eine der Hauptpersonen ist, erfährt man als Leser nichts über die Ermittlungen zur Aufklärung der Entführung. Auch gibt es keine Perspektive des Täters, wie sie häufig in anderen Thrillern genutzt wird oder Erinnerungen von Laine an ihre Entführung, um das Grauen des Verbrechens eindringlicher darzustellen. So kam für mich nur wenig Spannung auf und auch der so typische "Psycho-Nervenkitzel" fehlte mir bei diesem Thriller.  
Den Untertitel "Wenn die Angst dich einholt" empfinde ich deshalb als falsch gewählt. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass Laine ängstlich ist, vielmehr wirkte sie emotionslos, was aber auch der Betäubung durch die Medikamente geschuldet sein könnte. Die weiteren Charaktere wie Ortiz oder die Mutter der entführten Olivia wirkten aufgesetzt und unglaubwürdig. 
Ich hatte mir erhofft, dass der Schwerpunkt des Romans auf der Entführung und auf den traumatischen Erfahrungen von Ella bzw. Laine gelegt wäre und nicht auf den Beschreibungen ihrer Drogentrips und ihres Selbsthasses. Die Auflösung des Verbrechens hat mir wiederum gut gefallen, da diese für mich so nicht in Gänze vorhersehbar war.