Mittwoch, 13. Dezember 2017

Buchrezension: Rowan Coleman - Frühstück für einsame Herzen

Rowan Coleman
Frühstück für einsame Herzen


Inhalt: 

Seit dem Tod ihres Mannes lebt Ellen zurückgezogen in ihrem Haus in London. Nur durch die Arbeit kann sie dem traurigen Alltag entfliehen, sie redigiert Liebesromane. Doch zum Leben reicht das Geld kaum. Um ihr Zuhause nicht zu verlieren, vermietet die junge Witwe schließlich einige Zimmer. Bald bringen drei Untermieter Ellens wohlgeordnetes Leben durcheinander: Sabine, die sich von ihrem Mann getrennt hat, die exzentrische Schriftstellerin Allegra, und Matt, ein aufstrebender junger Journalist. Ellen ahnt, dass noch einige Überraschungen auf sie warten – und vielleicht eine neue Liebe.

Rezension: 

Ellen Woods ist Mutter eines elfjährigen Sohnes und seit knapp einem Jahr Witwe. Da ihr Mann Nick unter Alkoholeinfluss und wegen überhöhter Geschwindigkeit bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, zahlt die Lebensversicherung nicht, weshalb Ellen trotz ihrer Anstellung als Lektorin fas mittellos ist. Ihr bleibt das schöne Haus im viktorianischen Stil, in welchem Nick viel selbst gestaltet hat. 
Um für ein weiteres regelmäßiges Einkommen zu sorgen, wird sie von ihrer Schwester Hannah überredet, Untermieter in ihr Haus aufzunehmen und wenig später wird das Haus auch schon zu fünf bewohnt. 

Die deutsche Sabine ist aus beruflichen Gründen nach London gezogen und braucht ein Zimmer. Autorin Allegra Howard, deren Haus zur Zeit unbewohnbar ist, kennt Ellen durch all ihre Bücher, die sie von ihr redigiert hat. Die exzentrische Frau befindet sich gerade in einer Schaffenskrise, weshalb Ellen ihren aktuellen Roman nicht nur korrigiert, sondern ihr auch den nötigen Input für neue Ideen liefert. Matt ist Junggeselle und von Manchester nach London gezogen, um als Kolumnist für das Männermagazin "Bang!" zu arbeiten. Seine One-Night-Stands mit Frauen sind dabei seine Inspiration. 

Ellens Sohn Charlie ist froh, dass seine Mutter durch die neuen Mitbewohner wieder unter Leute kommt. Sie hat seit der Beerdigung seines Vaters das Haus nicht mehr verlassen. Er macht sich Sorgen, dass sie unter Agoraphobie leiden könnte, kann ihr aber nicht helfen. Ellen, die sich ihre Einkäufe liefern lässt, ist es bisher gar nicht aufgefallen, dass sie fast ein Jahr nicht einmal mehr in ihrem Garten war. 

Durch die Untermieter, die Ellen gern gewinnt, und die Verantwortung, die ihr wieder für ihren Sohn bewusst wird, sowie Hannah, die offensichtlich selbst ein ernstes Problem hat, dass sie verschweigt, kommt Ellen langsam aus ihren Schneckenhaus heraus und reflektiert die Beziehung zu Nick, der für sie einst die große Liebe war.

"Frühstück für einsame Herzen" ist ein Roman, der bereits 2010 in England veröffentlicht wurde und erst jetzt - nach den Erfolgen der Autorin - in Deutschland veröffentlicht wurde. Ich weiß nicht, warum damit so lange gewartet wurde...

Ellen ist eine sympathische Frau, die ihr komplettes Leben auf ihren Ehemann und ihren Sohn ausgerichtet hatte und sich ansonsten in ihre Traumwelt der Bücher zurückgezogen hat. Aufgrund ihrer Trauer um den verstorbenen Nick hat sie das Haus nicht mehr verlassen, das ihr Sicherheit und Schutz gibt. Ihr wird durch ihre Mitbewohner jedoch auch langsam bewusst, dass sie schon während ihrer Ehe sehr eingeschränkt gelebt und dass ihr Mann ihren freien Willen (zu) stark beeinflusst hat. 

Der Roman ist wie alle Romane von Rowan Coleman warmherzig und sehr lebendig geschrieben. Durch das "Buch im Buch", an dem Ellen zusammen mit Allegra arbeitet, ist der Roman zu dem sehr abwechslungsreich zu lesen, auch wenn ich nicht genau wusste, ob dieser erotische Groschenroman wirklich ernst gemeint war. So manche Leserin dürfte sich von dem Rollenbild, das darin vermittelt wird, abgeschreckt fühlen. Aber auch die Männerwelt bekommt ihr Fett durch die sexistische Sichtweise von Matt weg. Neben Ellen macht aber auch er eine - vielleicht etwas zu vorhersehbare - Entwicklung durch. 

Trotz des traurigen Beginns und der anfänglichen Einsamkeit von Ellen ist es ein Roman, der sehr unterhaltsam und witzig geschrieben ist, in Bezug auf die Problemstellungen, Ellens Trauer, ihre Ängste, die Verbindung zu ihrer sehr unterschiedlichen Schwester sowie das Wagnis, sich nach einem Jahr der Trauer auch wieder offen für einen anderen Mann oder gar eine neue Liebe zu sein, aber nicht an der Oberfläche bleibt. 

"Frühstück für einsame Herzen" ist eine gelungene Mischung aus Emotionen, Humor und einer Prise Romantik und ein Roman, de durch die liebevolle Zeichnung der Charaktere für Unterhaltung und Lebendigkeit sorgt. 





Dienstag, 12. Dezember 2017

Produkttest: Krups Kaffeevollautomat EA891C Evidence One-Touch-Cappuccino

Krups
Kaffeevollautomat
EA891C Evidence One-Touch-Cappuccino


Vor wenigen Monaten hatten wir bereits einen Kaffeevollautomaten von Krups (EA880E One Touch-Cappuccino) testen dürfen, mit dem wir sehr zufrieden waren. Nun wurden wir erneut für einen vierwöchigen Testzeitraum ausgewählt, einen anderen Kaffeevollautomaten von Krups zu testen. 

Produktbeschreibung: 

Die Krups Evidence Kaffeevollautomaten sind für perfekte Kaffeespezialitäten auf Knopfdruck entwickelt worden und liefern einwandfreie Ergebnisse bis zum letzten Detail. 15 verschiedene Getränkespezialitäten inklusive drei Teevarianten stehen mit der Evidence zur Verfügung. 
Beste Qualität erhält man dank der Barista Inside Technologie: Krups Quattro Force - für einen Unterschied, den man schmecken kann. Die innovative Technik wird abgerundet durch eine elegante Ästhetik und kompakte Abmessungen, die perfekt in jede Küche passt.

Alle Kaffeespezialitäten lassen sich auch doppelt und gleichzeitig zubereiten – sowohl die Kaffeegetränke als auch Cappuccino und Latte Macchiato.

Außergewöhnliches Design und einfache Handhabung: 


Ein völlig neues Design vereint großes Fassungsvermögen (2,3 Liter Wassertank und 260 g Bohnenbehälter) mit optimalen, äußerst kompakten Abmessungen in einer komfortablen, leicht zu bedienenden Maschine, die ein verbessertes Kaffeetrinkerlebnis bietet.

Langlebigkeit durch das geschlossene Brühsystem und vollautomatisches Reinigen:


Krups Kaffeevollautomaten verwenden keine Brühgruppen aus Kunststoff - unsere langlebigen Brühgruppen sind aus hochwertigem Aluminium und Edelstahl gefertigt, die immer perfekte und heiße Kaffeeergebnisse bieten. Durch das geschlossene Brühsystem wird eine automatische professionelle Reinigung des Kaffeevollautomaten garantiert. So dass keine manuelle Eingriffe nötig sind - ganz so wie es der Name Vollautomat verdient.

Inklusive Milchbehälter aus Edelstahl für sauberes Aufschäumen und hält die Milch länger kühl: 


Der Edelstahl-Milchbehälter ist praktischerweise bereits im Lieferumfang der Maschine enthalten, sodass alle Milch- und Kaffeegetränke sofort bequem zu genießen sind. 

Der Kaffeevollautomat EA891C Evidence One-Touch-Cappuccino ist ein professionelles Gerät, das ich mir auch seht gut in einer gastronomischen Einrichtung vorstellen kann: 

Mahlen wie ein Barista


Der beste Kaffeegenuss beginnt mit dem Mahlen der Kaffeebohnen. Mit dem neuen Edelstahl-Kegelmahlwerk von Krups werden die Kaffeebohnen ohne jeglichen Verlust an Präzision und Gleichmäßigkeit verarbeitet - und das mit bis zu 20% Zeiteinsparung je Mahlvorgang. Das Ergebnis: Ein feines, gleichmäßiges Kaffeemehl als Grundlage Ihres besten Kaffees.

Tampen wie ein Barista

Optimal gepresstes Kaffeemehl sorgt dafür, dass mehr Aromen und Geschmackstoffe vom Wasser aufgenommen werden. Viele Kaffeevollautomaten pressen mit einem Druck von ca. 15 kg. Ein Barista presst den gemahlenen Kaffee manuell mit ca. 20 kg. Bei Krups Kaffeevollautomaten wird eine einzigartige hydraulische Pressvorrichtung eingesetzt, die einen Anpressdruck von 30 kg erzielt und damit dafür sorgt, dass deutlich mehr Aromen und Geschmacksstoffe vom Wasser aufgenommen werden. Für Ihren besten Kaffee.

Brühen wie ein Barista

Die Brüheinheit ist das Herz des Kaffeevollautomaten. Für eine optimale Kaffeequalität bedarf es einer perfektionierten Brüheinheit. Hierbei spielt das verbaute Material eine zentrale Rolle, denn einerseits muss es Druck (beim Tampen), andererseits hohe Temperatur- schwankungen aushalten. Um dies zu gewährleisten verwendet Krups Metall - für die Brühgruppe Aluguss und für die Brühkammer Edelstahl - und keinen Kunststoff. Außerdem sorgt das Metall aufgrund seiner wärmeleitenden Eigenschaften - wie auch das die Brühkammer umschließende Heizelement - dafür, dass der Kaffee ab der ersten Tasse gleichbleibend temperiert ist und bis zu letzten optimal temperiert bleibt.

Reinigen wie ein Barista

Die Krups Kaffeevollautomaten erstellen nicht nur die besten Kaffeespezialitäten vollautomatisch, sondern nehmen auch die Reinigung vollautomatisch vor - so wie man es von einem Vollautomaten erwarten darf. Nach 360 Zyklen werden mit einem Tab (ähnlich wie bei einer Spülmaschine) das geschlossene Brühsystem, der komplette Kreislauf sowie auch der Brühkopf vollständig und hygienisch optimal gereinigt.

Produkttest:

Der Kaffeevollautomat mit seinem Gehäuse in Edelstahl-Optik sieht optisch wirklich sehr edel aus und macht das Gerät zu einem echten Hingucker in jeder Küche. Positiv ist zudem, dass er recht schmal und kompakt ist und damit auf der Küchenanrichte nicht unnötig viel Platz wegnimmt. Sie ist allerdings relativ hoch und da der Wassertank nach oben zu entnehmen ist, muss der Vollautomat an einer Stelle in der Küche stehen, an der kein tief hängender Schrank angebracht ist. 

Das Fassungsvermögen von 2,3 L des Wassertanks sowie die 260 g Kaffeebohnen, die sich einfüllen lassen ist ideal und vor allem für Vieltrinker praktisch, um nicht ständig neues Wasser oder Kaffeebohnen nachfüllen zu müssen. Drei verschiedene Mahlgrade lassen sich einfach mittels Drehen eines Rades auswählen. 




Im Gegensatz dazu ist der Auffangbehälter für das Wasser zu gering dimensioniert. Schon wenn zwei Personen morgens Kaffee trinken, muss die Schale entleert werden, um ein Überlaufen zu verhindern - selbst wenn man mit einer Tasse das Spülwasser auffängt. Diesen Effekt hatten wir bisher bei noch keiner Kaffeemaschine. 





Der Kaffeesatzbehälter befindet sich auf der linken Seite des Geräts, so dass der Vollautomat links nicht direkt an einer Wand stehen kann. Er ist so groß, dass er nicht ständig entleert werden muss und auch der rund gepresste Kaffeesatz ist so trocken, dass sich bei einer regelmäßigen Reinigung kein Schimmel bilden kann. 



Mit dem Kaffeevollautomaten lassen sich 15 verschiedene Heißgetränkespezialitäten - von Espresso, über Cappuccino, Macchiato, Ristretto, Americano,... bis hin zu Tee - zubereiten. Wer seinen Kaffee stärker bevorzugt, kann ihn mit einem Schuss Espresso ("Extra Shot") oder per Knopfdruck mit "Dark" noch verstärken bzw. im Geschmack intensivieren. 
Ich trinke meinen Kaffee gerne milder, weshalb ich diese Funktionen nicht benötige. 
Bei allen Kaffeevarianten hat man die Möglichkeit sowohl die Stärke (1-3) als auch die Menge (80 ml bis 200 ml) zu variieren. Auf diese Weise findet wirklich jeder seinen Lieblingskaffee. Die Bedienung des OLED-Displays mit Sensortouch ist dabei selbsterklärend. 




Die Wartezeit bei der Zubereitung ist länger, als bei anderen Kaffeevollautomaten, die wir bisher kennen. Sowohl das Aufheizen als auch das Spülen dauert eine Weile, bis man sich sein bevorzugtes Getränk aussuchen kann. 

Der Milchschaum kann in der mitgelieferten Behälter aus Edelstahl, der die Milch länger kühlen soll, oder auch direkt aus dem Tetrapak oder jedem anderen Gefäß hergestellt werden - separat oder bei den Getränkevarianten Cappuccino und Macchiato. Für mich ist das extra Gefäß für den Milchschaum überflüssig, da bei uns immer nur für eine Tasse Milchschaum erzeugt werden muss. Wie auch bei dem anderen Kaffeevollautomaten von Krups, den wir testen duften, muss zum Aufschäumen der Milch ein Schlauch angeschlossen werden, der dann auch nach jedem Gebrauch wieder manuell gereinigt werden muss. Das finde ich nicht weiter aufwändig - die Reinigung des Auslaufs erledigt die Kaffeemaschine dann selbst. Leider überzeugt der Milchschaum von seiner Konsistenz aber überhaupt nicht. Die Milch wird zwar warm und oberflächlich ein wenig schaumig, von einem richtig festen Milchschaum, den man abschöpfen könnte, kann aber keine Rede sein, der flüssige Anteil der Milch überwiegt.



Mein bevorzugtes Getränk bleibt damit der Cafe Long mit seiner ausgeprägten Crema. 






Der Americano, der mit einem Filterkaffee zu vergleichen sein soll, schmeckte mir zu bitter. Zudem dauert die Zubereitung extrem lange, da diese in drei Schritten erfolgt. Beim dritten und letzten Schritt läuft das Wasser so ungleichmäßig tröpfelnd in die Tasse, dass nicht nur die Front des Kaffeevollautomats verspritzt, sondern auch alles in unmittelbarer Nähe. 

Die Veränderung von Stärke und Wassermenge bei der Zubereitung des Kaffees finde ich nicht so einfach und eingängig wie bei dem Kaffeevollautomaten EA880E. Sobald man den Knopf für sein Kaffeegetränk ausgewählt hat, beginnt die Maschine bereits zu mahlen. Hier würde ich mir wünschen, dass man erst noch alle Einstellungen überprüfen kann und dann "ok" drückt, bis die Zubereitung des Kaffees beginnt. 

Der Preis für diesen Kaffeevollautomaten mit 1.249,99 € UVP ist sehr hoch angesetzt und meiner Meinung nach wegen der Kritikpunkte nicht gerechtfertigt. Selbst der derzeitige Preis auf amazon.de mit 849,00 € ist noch sehr hoch für den Hausgebrauch. 

Müsste ich mich zwischen zwei Kaffeevollautomaten von Krups entscheiden, die in ihren Funktionen vergleichbar sind, würde ich mich für den Krups EA880E One-Touch-Cappuccino entscheiden.

Montag, 11. Dezember 2017

Buchrezension: Agnès Martin-Lugand - Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris

Agnès Martin-Lugand

Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris


Inhalt:

Iris droht in ihrem kleinbürgerlichen Leben zu ersticken. Ihre Ehe verläuft schon lange nicht mehr glücklich, und ihr Job in einer Bank deprimiert sie. Einziger Lichtblick ist ihre Nähmaschine, mit der sie voller Herzblut wunderschöne Kleider schneidert. Nach einem Streit mit ihrem Mann reist sie kurz entschlossen nach Paris, um sich dort ihren Lebenstraum zu erfüllen und eine professionelle Ausbildung zur Schneiderin zu beginnen. Ihre ungewöhnliche neue Chefin Marthe ist sofort begeistert von ihrem Talent und bietet ihr ein kleines Atelier an. Iris' Glück scheint sich endlich zu wenden – bis sie Gabriel kennenlernt, der alles auf den Kopf stellt. 

Rezension:

Seit ihrer Kindheit hat Iris eine Leidenschaft für das Nähen liebt es Modelle zu entwerfen und zu schneidern. Ihre Eltern haben ihre Pläne nie unterstützt, weshalb Iris letztlich keine Schneiderlehre machte, sondern auf eine Handelsschule ging. 
Als die 32-Jährige von ihrem Bruder erfährt, dass sie nach der Schule doch bei einer Schneiderschule angenommen worden war, ihre Eltern ihr die Zusage allerdings vorenthalten hatten, beschließt sie - trotz der Einwände ihres Ehemannes, der ohnehin kaum Zeit für sie hat - eine Ausbildung zur Schneiderin in Paris zu beginnen. 

Inhaberin des Ateliers, in welchem Iris unterrichtet wird, ist die ältere Dame Marthe, die das Talent von Iris nach ihren ersten Entwürfen erkennt und sie unter ihre Fittiche nimmt. Iris soll für Marthe eine ganz neue Garderobe schneidern. 
Iris fährt an den Wochenenden zurück zu ihrem Ehemann Pierre, der jedoch weiterhin kaum Zeit für sie hat und seine Arbeit im Krankenhaus vorschiebt. Iris ärgert sich über ihn und sein Desinteresse an ihrer Arbeit. 

In Paris geht sie schon bald nicht mehr zur Schule, da sie den Unterricht in den Augen von Marthe gar nicht nötig habe. Sie arbeitet in dem Atelier fortan für Marthe, die sie an den Abenden in die feine französische Gesellschaft einführt. Von den Damen erhält sie zahlreiche Aufträge für neue Kleider. 
Im Rahmen dieser Soirées lernt sie Gabriel, den Ziehsohn von Marthe kennen, der mit jeder Frau flirtet und auch Iris hemmungslos umgarnt. Sie ist seinem Charme schnell verfallen, hält sich aber aufgrund ihrer Ehe, obwohl sie in ihr unglücklich ist, zurück. Auch Marthe sieht die Verführungsversuche Gabriels kritisch und scheint Iris vor ihm zu schützen. 

Als die Streitereien des Ehepaares an den Wochenenden zunehmen und Pierre bewusst wird, dass er Iris verliert, wenn er sich nicht ändert, nimmt er sich Zeit für sie und beginnt Interesse an ihrer Arbeit zu zeigen. Er besucht sie sogar in Paris, wo er sieht, wie erfolgreich seine Frau inzwischen ist. 
Zur Rettung ihrer Ehe beschließt Iris, nach Hause zu kommen, um dort ein Atelier zu eröffnen und bekommt daraufhin die Wut von Marthe zu spüren...

Iris ist eine Frau, die sich erst von ihren Eltern ihr Leben hat bestimmen lassen und sich dann ihrem Mann untergeordnet hat, der ihn ihr nicht viel mehr sah, als die zukünftige Mutter seiner Kinder. 
Als sie sich mit 32 Jahren endlich dazu entschließt, ihren Traum zu leben und ihre Leidenschaft des Nähens zu ihrem Beruf zu machen, begibt sie sich nach Paris, wo sie sich nicht emanzipiert, sondern sich von der autoritären und herrischen Marthe herumkommandieren und wie ein kleines Kind behandeln lässt. Für Gabriel wird sie dagegen zu seinem Lustobjekt, das vermeintlich unerreichbar erscheint. 
Die unsichere Iris gerät von einer Unterdrückung in die nächste, auch wenn sie endlich ihren Traum an der Nähmaschine auslebt. 

Der Roman spielt in der Welt der Mode, der Kreativen und der Schönen und Reichen. 
Es ist ein Buch über eine Frau, die im Schatten ihres Mannes steht, dann aus dem kleinbürgerlichen Leben ausbricht, nur um dann einer tyrannischen Mentorin zu gefallen, die in Iris mehr sieht, als ihre Schülerin bzw. Assistentin. Iris ist naiv und merkt viel zu lange nicht, wie sie von Marthe vereinnahmt wird, sie zu einem Klon ihrer Gönnerin wird. 

Ich hatte mir von dem Roman mehr Charme und vor allem mehr Selbstbewusstsein der Protagonistin auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück versprochen. Ich war regelrecht genervt von ihrer unterwürfigen Art, der sehr stereotypen Charaktere und der flachen, belanglosen Handlung sowie der klischeehaften Darstellung des Gegensatzes Provinz - Hauptstadt. 
Auch wenn die Zukunft von Iris letztlich vorhersehbar war, hatte ich die im letzten Drittel offenbarten Enthüllungen in Paris nicht so erwartet. Das Ende war dann unnötig spektakulär und übertrieben inszeniert.  



Samstag, 9. Dezember 2017

Buchrezension: Adriana Popescu - Versehentlich verliebt

Adriana Popescu
Versehentlich verliebt


Inhalt:

"Kurz spiele ich mit dem Gedanken, ihn mit meiner Reisetasche k.o. zu schlagen, um dann mit seinem Gepäckwagen Fahrerflucht zu begehen."
Auf dem Weg nach Berlin bleibt die Reisebuchlektorin Pippa am Stuttgarter Flughafen hängen – und das ausgerechnet über die Feiertage! In der überfüllten Wartehalle lernt sie den ebenfalls gestrandeten Lukas aus Hamburg kennen, und schon bald erwärmt sein frecher Charme ihr chronisch gebrochenes Herz. Dann passiert es: Bevor Pippa es verhindern kann, hat sie sich versehentlich verliebt. Doch wohin geht die Reise für die beiden? Denn der nächste Abflug kommt bestimmt...

Rezension: 

Pippa Wunsch ist Single und musste deshalb noch kurz vor Weihnachten als Lektorin für Reiseführer für ihre Agentur eine chinesische Delegation durch Stuttgart führen. An Heiligabend möchte sie nun nur noch nach Berlin, wo ihre Familie auf sie wartet. Aufgrund des Schneetreibens in Stuttgart können keine Flugzeuge starten und so sitzt sie wütend und der Verzweiflung nahe mit einer kaputten Reisetasche in einer völlig überfüllten Wartehalle. 
Dort lernt sie nach kurzen Anlaufschwierigkeiten den charmanten Lukas kennen, der das Glück hat, dass dann doch noch sein Flug nach Hamburg abheben darf. Er entscheidet sich jedoch spontan dafür, am Weihnachtsabend bei Pippa zu bleiben. Die beiden kommen sich schnell näher und erzählen von ihren Sorgen. 
Pippa ist diejenige, die zwar Lektorin für Reiseführer ist, aber noch keine der Orte bereist hat, über die sie geschrieben hat. Mit einer latenten Flugangst wollte sie die Städte wie Paris, Rom und New York, von denen sie nur träumt, nicht allein aufsuchen. 
Lukas ist dagegen viel aufgeschlossener und spontaner und stellt sich für die Zukunft als Reisepartner zur Verfügung. 
Auch wenn sie sich bei all der Romantik am Flughafen emotional sehr nahe gekommen sind, ist fraglich, ob es auch nach Weihnachten für Pippa, die in Freiburg arbeitet, und den Hamburger eine Chance gibt. Als Pippa am ersten Weihnachtsfeiertag bei ihren Eltern in Berlin ist und sich Lukas nicht bei ihr meldet, ist sie schnell ernüchtert, als sie feststellt, dass er ihr eine falsche Handynummer gegeben hat...

Von Adriana Popescu hatte ich bereits früher die Young-Adult-Romane "Lieblingsmomente" und "Lieblingsgefühle" gelesen und auch bei "Versehentlich verliebt" überzeugt die Autorin durch einen erfrischenden, jugendlichen Schreibstil. 
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Pippa geschrieben, so dass man unmittelbar in ihre Gefühls- und Gedankenwelt eintauchen kann. Durch die Situation als zwei Gestrandete am Flughafen beschränkt sich der Roman nur auf Pippa und Lukas und schließt keine Nebencharaktere mitein. Das Buch ist allerdings auch durch die kurze gemeinsame Zeit von 24 Stunden und das Setting rund um den Stuttgarter Flughafen nicht so umfangreich, weshalb es auch mit den beiden und den zunächst witzigen, dann aber auch ernsthaften Dialogen nicht langweilig wird. 
Durch die Gespräche mit Lukas löst sich Pippa endgültig von ihrem Exfreund Benny, der sie mit einer Arbeitskollegin betrogen hat, und kann sich sogar vorstellen, nicht nur gedanklich auf Reisen zu gehen, sondern ihre Wunschziele tatsächlich aufzusuchen. Lukas könnte sich dabei nicht nur als Reisepartner, sondern auch als Lebensgefährte eignen. 

Der Roman ist in einem Rutsch sehr leichtgängig zu lesen und auch die Romantik kommt am Ende des Romans in der Hoffnung auf ein Happy End nicht zu kurz. Was mir allerdings weniger gefallen hat, waren in den Dialogen die Wiedergabe von Zitaten aus Büchern und Filmen. Hierbei sollte man sich ein wenig mit "Star Wars" oder "Der Herr der Ringe" auskennen oder sich zumindest für diese Bücher und Filme interessieren.

Der Liebesroman über zwei Singles, die von ihren letzten Partnern bitter enttäuscht worden sind, ist zwar vorhersehbar und wartet nicht mit tiefgründigen Wendungen oder Überraschungsmomenten auf, ist aber gerade wenn man auf Reisen mit der Bahn oder im Flieger unterwegs ist, genau die passende kurze und vor allem kurzweilige Lektüre dafür. Auch kurz vor Weihnachten eignet sich "Versehentlich verliebt" als romantischer und herrlich kitschiger Liebesroman zur Einstimmung auf die Feiertage. 





Freitag, 8. Dezember 2017

Buchrezension: Marie Adams - Glück schmeckt nach Popcorn

Marie Adams

Glück schmeckt nach Popcorn


Inhalt:

Martha führt ein kleines, aber renommiertes Programmkino – in dem sich allerlei Intellektuelle, Filmkritiker und Cineasten tummeln. Wie die meisten ihrer Gäste glaubt sie nicht an Happy Ends. Die gibt es im echten Leben schließlich auch nicht. Als ihre Mitarbeiterin und beste Freundin Susanna schwanger wird und der Liebe wegen wegzieht, gibt sie dem jungen Filmstudenten Erik eine Chance. Doch schon bald treibt er sie mit seinem Optimismus in den Wahnsinn. Er arbeitet nicht nur hinter den Kulissen an seinem Gute-Laune-Debüt, sondern möchte Martha auch noch davon überzeugen, dass das große Glück auch jenseits der Leinwand möglich ist.

Rezension: 

Martha ist seit drei Jahren Inhaberin eines kleinen Programmkinos in Köln. Sie zeigt dort nur ausgesuchte Filme und keine aktuellen Hollywood-Blockbuster. Sie selbst glaubt nicht mehr an Happy Ends, nachdem ihr Freund sie betrogen hat und seine neue Freundin von ihm schwanger ist. Martha hatte vor dem Beziehungsende eine Fehlgeburt. 

Trennung und Verlust des Babys hat Martha immer noch nicht richtig verarbeitet und wird bereits mit der nächsten Hiobsbotschaft konfrontiert: Ihre beste Freundin und Mitarbeiterin im "Lichtspielhaus", Susanna, ist schwanger und zieht zu ihrem Freund nach Hamburg. 

Auf der Suche nach einer neuen Mitarbeiterin meldet sich Erik Sommer bei ihr, der einen Nebenjob braucht. Er träumt als angehender Regisseur davon, einen erfolgreichen Film zu produzieren. Nachdem Martha kurz zuvor spät abends im Kino überfallen worden war, stellt sie den großgewachsenen, muskulösen Erik gerne ein. Der immer fröhliche Romantiker sorgt mit seinen Cocktails in der Bar des Kinos für Umsatzsteigerungen und auch Martha fühlt sich von seiner unbeschwerten Art angezogen, wehrt sich allerdings gegen ihre Gefühle. 
Erik tritt in Konkurrenz zu dem Filmkritiker Stefan, der ganz offensichtlich mit Martha flirtet. 

"Glück schmeckt nach Popcorn" spielt überwiegend in dem kleinen nostalgischen Kino, was mir als Schauplatz gut gefallen hat. Dei heimelige Atmosphäre dort sowie die Sorge Marthas, dass sie neben den großen Kinoketten nicht bestehen kann, sind spürbar. 

Die Liebesgeschichte um die einsame und weinerliche Martha und die beiden Männer, die um sie buhlen, ist jedoch vorhersehbar. Schon früh ahnt man als Leser, dass der arrogant anmutende Stefan im Gegensatz zu dem gefühlsbetonten, etwas unkonventionellen Erik nicht das Rennen um Marthas Gunst machen wird. 

Ich konnte allerdings zwischen keinem der Protagonisten eine emotionale Verbindung ausmachen. Diese so schnell aufkeimenden Gefühle zwischen Erik und Martha, gegen die sie ankämpft, weil sie sich aus Angst vor Enttäuschung auf keine neue Beziehung einlassen möchte, kamen bei mir nicht an. Die beiden teilten zwar die Leidenschaft zum Film und das kleine Kino, aber die Gefühle zueinander waren für den Verlauf des Romans einfach zu gewollt. Gerade das glückliche Ende kam dann völlig überraschend für mich. Die Entscheidung beider Personen für einander war für mich so nicht nachvollziehbar. 
Auch rätselte ich, warum Stefan bei ihren Begegnungen mit Martha flirtet, aber darüber hinaus wenig hartnäckig ist. Mir war nicht klar, ob er tatsächlich etwas für sie empfindet oder nur körperlich angezogen ist. 

Im Verlauf der Geschichte wurden mir die Charaktere nicht sympathischer, weshalb ich nicht wirklich auf das zu erwartenden Happy End à la Popcornkino für Martha hin fiebern konnte. In Bezug auf so manche Episode hätte ich mir mehr Kreativität gewünscht. So empfand ich die Begegnung von Martha mit ihrem Exfreund Tom samt schwangere Freundin im Supermarkt, als abgedroschen. Man wusste gleich, auf was das hinausläuft...

"Glück schmeckt nach Popcorn" ist ein leicht zu lesender Roman über Trennungsschmerz, Vertrauensverlust und die zaghafte Hinwendung an eine neue Liebe, bei der sich die Protagonistin mit ihrer pessimistischen Art am meisten selbst im Weg steht. 
Eine turbulente Geschichte, tiefe Gefühle oder überraschende Wendungen darf man allerdings nicht erwarten. 



Mittwoch, 6. Dezember 2017

Buchrezension: Virginia Macgregor - Solange unsere Herzen schlagen

Virginia Macgregor

Solange unsere Herzen schlagen


Inhalt:


Sechs Jahre lang war Ellas und Willas Mutter verschwunden. Jetzt steht Norah auf einmal wieder vor der Tür ihres ehemaligen Zuhauses. Doch viel hat sich verändert. Willa, die jüngere Tochter, erkennt sie nicht und nennt die neue Frau an der Seite ihres Vaters "Mummy". Die ältere Tochter Ella will nichts mit Norah zu tun haben. Und doch verlangen alle nach Antworten. Wo war Norah die ganze Zeit? Warum ist sie ausgerechnet jetzt zurückgekommen? Und gibt es genug Platz für zwei Mütter in einer Familie?


Rezension: 


Vor sechs Jahren ist Norah ohne Begründung verschwunden und hat ihren Ehemann Adam sowie ihre beiden Töchter Ella und Willa zurückgelassen. Jetzt steht sie plötzlich an einem Freitag Morgen in der Willoughby Street in dem kleinen Städtchen Holdingwell und kommt wie selbstverständlich in ihr altes Zuhause, während Adam und Kinder in der Arbeit bzw. der Schule sind.

Was Norah nicht weiß, ist, dass ihre ehemalige beste Freundin, die Chirurgin Fay, inzwischen mit Adam zusammenlebt und Willa wie ihre eigene Tochter angenommen hat. Die heute siebenjährige war zum Zeitpunkt des Verschwindens von Norah noch so klein, dass sie keine Erinnerung an ihre Mutter hat und noch nicht einmal ahnt, dass Fay nicht ihre leibliche "Mummy" ist. Ella war damals schon acht und hat ihre Mum geliebt, ihr in allem - sei es die Leidenschaft für Jazz und das Trompetespielen oder das Laufen - nachgeeifert. Sie hat nie aufgegeben zu glauben, dass ihre Mutter zurückkommt und hat für die in ihren Augen Vermisste einen eigenen Twitterkanal gepflegt, um sie wiederzufinden.

Norah bringt mit ihrer Rückkehr das gesamte Familienleben durcheinander. Adam weiß nicht mehr, welche Frau er liebt, Willa möchte einfach nur, dass alle als Großfamilie zusammenleben und miteinander glücklich sind und Ella begreift, dass sie Fay furchtbar unrecht getan hat, indem sie ihre Ablehnung all die Jahre so offen zeigte und dass sie sich schwer in Norah getäuscht hat.

Der Roman erstreckt sich über den kurzen Zeitraum von Freitag bis Mittwoch, in dem für die Familie Wells aber unheimlich viel Einschneidendes passiert. Er ist abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Familienmitglieder erzählt, so dass man als Leser in die Gefühls- und Gedankenwelt aller wichtigsten Akteure eintauchen kann. Alle Charakter sind komplex und detailliert ausgearbeitet und es unheimlich kurzweilig und interessant zu lesen, wie sie auf die Rückkehr von Norah reagieren bzw. welche Folgen "Die Mutter, Die Gegangen Ist" damit für das Familienleben auslöst.

Spannend ist zudem zu erfahren, warum Norah damals ihre Familie allein gelassen hat und warum sie ausgerechnet jetzt nach sechs Jahren, zwei Tage vor Willas Geburtstag, zurückkehrt.

"Solange unsere Herzen schlagen" ist ein sehr kitschiger Titel für eine berührende Familiengeschichte, die trotz ihrer Länge von knapp 600 Seiten nie langweilig wird.
Der Roman ist so warmherzig und liebevoll geschrieben, was sich vor allem in den Kapitel aus der naiven Perspektive der süßen Willa und der unglücklichen, aber starken und so gutherzigen Fay, "Die Mutter, Die Geblieben Ist", wiederspiegelt. Aber auch mit Ella leidet man als Leser(in) mit, die von ihrer Mutter so furchtbar vor den Kopf gestoßen wurde.

Norah steht für die impulsive, freiheitliebende Frau, mit der es Adam nie langweilig geworden ist. Sie war vor allem in der Vergangenheit ein hedonistischer Mensch und hat selbst für ihre Kinder keine Regeln aufgestellt.
Fay ist das genaue Gegenteil von Norah. Sie ist bodenständig und zuverlässig und kümmert sich selbstlos mehr um andere als um sich selbst.

Der Roman zeigt das Leben einer Familie, die sich mit der Flucht der Mutter arrangiert hatte und nun scheinbar wieder von Neuem beginnen muss. Virginia Macgregor zeigt, was es heißt, Mutter bzw. Vater zu sein und dass nicht jeder Elternteil ab Geburt in die Rolle einer verantwortungsbewussten Mutter oder Vater schlüpfen kann.

Ich habe diesen zu Herzen gehenden Roman über die unkonventionelle Familie Wells regelrecht verschlungen. Es ist eine emotionale und mitreißende Geschichte mit zahlreichen liebenswürdigen Charakteren und eine wirklich überzeugend realistische Darstellung einer Familie in der Krise.





Montag, 4. Dezember 2017

Buchrezension: Cara Delevingne - Mirror Mirror

Cara Delevingne

Mirror Mirror


Inhalt: 

Freund. Lover. Opfer. Verräter. 
Wen siehst du, wenn du in den Spiegel schaust?

Red, Leo, Rose und Naomi sind Außenseiter an ihrer Londoner Schule - die einen sicheren Hafen in ihrer Band gefunden haben. Ihr Leben ist alles andere als perfekt, aber ihre Musik verbindet sie, und sie sind gespannt, was die Zukunft für die Band Mirror, Mirror bereit hält.
Doch dann verschwindet Naomi und wird später bewusstlos aus der Themse gezogen. Ihre Freunde sind erschüttert und verwirrt. War es ein Unfall – oder ein missglückter Selbstmordversuch, wie die Polizei glaubt? Wenn sie Probleme hatte, warum hat sie ihnen nichts davon gesagt? Wie gut kennen sie ihre Bassistin eigentlich – und einander?
Um zu verstehen, was mit Naomi passiert ist, müssen Red, Leo und Rose sich schließlich ihren eigenen dunklen Geheimnisse stellen und das, was sie fühlen, mit dem, was sie der Außenwelt zeigen, in Einklang bringen.


Rezension:

Cara Delevingne hat diesen Roman zusammen mit Rowan Coleman geschrieben, deren Romane mich bisher alle überzeugt hatten, weshalb ich auch diese Buch unbedingt lesen wollte. 

Vier Schüler einer Londoner Highschool werden für ein Projekt im Musikunterricht zur Band "Mirror Mirror" zusammengewürfelt. Red, Leo, Rose und Naomi sind vier Teenager im Alter von sechzehn Jahren, die sich zu Hause und in der Schule mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert sehen. 

Die Band wird zu ihrer Familie und ihr Musiklehrer Mr. Smith ist von ihrem Talent und einer Zukunft über eine reine Schulband hinaus überzeugt. Da verschwindet Bassistin Naomi spurlos und wird Wochen später schwer verletzt aus der Themse gezogen. Während sie von den Ärzten ins künstliche Koma versetzt wird, fragen sich ihre Freunde, was mit ihr passiert ist. 

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Red erzählt, die sich liebevoll um ihre siebenjährige Schwester Gracie kümmert, da ihre Eltern nicht dazu in der Lage scheinen. Ihre Mutter ist eine schwere Alkoholikerin, die nur noch stinkend im Bett liegt und sich allein von Wodka ernährt. Der Vater hat sich von ihr abgewandt und kommt nur noch nach Hause, um seine Wäsche zu wechseln. Red fühlt sich allein und ist überfordert, ihre eigene Identität zu finden. Darüber hinaus hat sie sich in Rose verliebt, die sich brüsk ablehnt und ein regelrechtes Mobbing von Red an der Schule auslöst. 
Rose muss allerdings selbst Schreckliches widerfahren sein, dass sie auf einen versuchten Kuss so übertrieben reagiert. 
Leo muss sich wieder an seinen älteren Bruder Aaron gewöhnen, der gerade aus der Haft entlassen wurde. Er war wegen schwerer Körperverletzung verurteilt worden und scheint sich immer noch im kriminellen Milieu zu bewegen. Leo muss aufpassen, dass er sich da nicht mit hineinziehen lässt. 
Neben ihren persönlichen Problemen machen sie sich weiterhin Sorgen um Naomi und ihren Gesundheitszustand und versuchen mit Hilfe ihrer Halbschwester Ashira herauszufinden, warum Naomi vermeintlich abgehauen ist und was ihr widerfahren ist. 

"Mirror Mirror" ist ein Buch über Freundschaft und die gegenseitige Unterstützung von vier Außenseitern, die unterschiedlich sozialisiert wurden und es in ihrem Leben bisher nicht leicht gehabt haben. Das Projekt der Schulband gab ihnen den Halt, den sie in ihren Familien nicht fanden, bis ein Bandmitglied verschollen und schwer verletzt wieder aufgetaucht ist. 
Durch die vielen Ungereimtheiten um Naomi, das mysteriöse Tattoo, das neu gestochen wurde und ihr Handy, dass die Freunde auf einem Spielplatz finden, ist "Mirror Mirror" so aufregend wie ein Thriller zu lesen. Es ist ein spannender Jugendroman und ein wirklich gelungenes Debüt des Models Cara Delevingne, das mich mit seiner Vielschichtigkeit und Tiefgang positiv überrascht hat.